Photovoltaikwärme vs. Solarthermie – Kosten- und Flächenvergleich
my-PV hat nun seit über 10 Jahren Produkte für PV-Wärme am Markt. Über die Jahre hat sich der Nutzen von PV-Wärme gegenüber der Solarthermie immer weiter Richtung Photovoltaik verschoben. Regelmäßig vergleichen wir beide Technologien hinsichtlich der Kosten und des Flächenbedarfs.
Seit über zehn Jahren steht my-PV für Wärme aus Photovoltaik. Mit der Markteinführung der ELWA im Jahr 2014 wurde ein Paradigmenwechsel eingeleitet: „Kabel statt Rohre“ lautete der Leitsatz – und dieser hat den Solarmarkt nachhaltig verändert. Was damals noch als ungewöhnliche Idee galt, ist heute Stand der Technik. 2025 zeigt sich deutlicher denn je: Photovoltaikwärme hat der klassischen Solarthermie technisch und wirtschaftlich den Rang abgelaufen.
Preisentwicklung: Photovoltaik auf historischem Tiefstand
Seit 2015 vergleicht my-PV regelmäßig die Kosten von Photovoltaikmodulen mit Solarthermie-Flachkollektoren. Während die Preise für Solarthermie bis 2020 weitgehend stagnierten und seither aufgrund materialintensiver Komponenten wie Kupfer und Aluminium sogar steigen, hat die Photovoltaik eine beeindruckende Lernkurve hingelegt. Bis 2020 sanken die Modulpreise um rund 65 Prozent. Nach zwischenzeitlichen Anstiegen in den Jahren 2021 und 2022 setzte sich der Abwärtstrend fort – 2025 liegen die Kosten pro Watt Peak nahezu 70 Prozent unter dem Niveau von 2015.
Parallel dazu stieg der Wirkungsgrad deutlich: Von etwa 15 – 17 Prozent im Jahr 2015 auf heute 20 – 22 Prozent, Spitzenmodule erreichen sogar 24 – 25 Prozent. Photovoltaik ist damit nicht nur günstiger, sondern auch leistungsfähiger geworden.
Weniger Material, weniger Aufwand
Ein wesentlicher Vorteil der Photovoltaikwärme liegt im deutlich geringeren Systemaufwand. Solarthermie erfordert komplexe hydraulische Systeme mit Rohrleitungen, Pumpen, Ventilen, Ausdehnungsgefäßen und Frostschutzmitteln. Das erhöht nicht nur den Materialeinsatz und das Gewicht, sondern auch die Installationszeit und den Wartungsbedarf. In der Praxis werden für eine Solarthermieanlage 50 bis 100 Prozent mehr Arbeitsstunden benötigt.
Photovoltaikwärme hingegen kommt ohne wasserführende Leitungen vom Dach zum Wärmespeicher aus. Im einfachsten Fall wird lediglich ein Heizelement im Warmwasser- oder Pufferspeicher montiert – beispielsweise mit der ELWA oder dem SOL•THOR. Das spart Ressourcen, reduziert den Installationsaufwand erheblich und minimiert Wartungskosten – ein entscheidender Faktor in Zeiten knapper Handwerkskapazitäten.
Wissenswertes
Solarthermie benötigt wesentlich aufwändigere Systemtechnik mit Rohren, Pumpen, Ausdehnungsgefäß usw. Das Gesamtgewicht der Komponenten ist ca. 30 % höher im Vergleich zur PV-Wärme.
Wirkungsgrad: Zahlen richtig einordnen
Häufig wird argumentiert, Solarthermie erreiche Wirkungsgrade von bis zu 80 Prozent. Dieser theoretische Wert berücksichtigt jedoch keine System- und Überschussverluste. Im realen Betrieb eines Einfamilienhauses liegt der Jahreswirkungsgrad eher bei 30 bis 35 Prozent.
Photovoltaikmodule wandeln rund 22 Prozent der Sonneneinstrahlung in Strom um – mit sehr geringen Systemverlusten. Moderne Technologien wie TOPCon haben die Effizienz in den vergangenen Jahren zusätzlich gesteigert. Entscheidend ist jedoch ein anderer Punkt: Photovoltaik erzeugt Strom, der flexibel genutzt werden kann – im Haushalt, im Speicher, im Netz oder zur Warmwasserbereitung. Solarthermie hingegen liefert ausschließlich Wärme. Diese fehlende Flexibilität ist ein struktureller Nachteil.
Wie sieht der direkte Flächenvergleich aus?
Auch beim Flächenbedarf hat sich das Bild deutlich verändert. Simulationen zeigen, dass 2015 noch rund 13,2 m² Photovoltaikfläche erforderlich waren, um den gleichen Warmwasser-Deckungsgrad wie 6 m² Solarthermie zu erreichen. 2025 genügen dafür nur noch etwa 8,6 m² Photovoltaik. Der frühere Flächenvorteil der Solarthermie ist damit nahezu verschwunden – in der Praxis spielt er bei den meisten Eigenheimen keine Rolle mehr.
Zudem ist Photovoltaik heute Standard auf Wohngebäuden. Eine Kombination beider Systeme führt aufgrund unterschiedlicher Modul- und Kollektorgrößen oft zu ineffizient genutzten Dachflächen. Eine entsprechend größere PV-Anlage ist in vielen Fällen die wirtschaftlichere und technisch elegantere Lösung.
Marktentwicklung: Die Realität am Energiemarkt
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Laut dem Umweltbundesamt wurden 2024 in Deutschland rund 220.000 m² Solarthermie installiert – mit einem Ertrag von etwa 80 bis 90 GWh. Im selben Zeitraum wurden 16,2 GWp Photovoltaik errichtet, was einem Energieertrag von rund 16.000 GWh entspricht. Energetisch macht die Solarthermie damit nur noch etwa 0,5 Prozent der Photovoltaik aus.
Ein noch drastischerer Vergleich: In Deutschland wurden 2024 430.000 Balkonkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 400 MWp offiziell gemeldet, die echte Zahl ist vermutlich deutlich größer. Der Ertrag aller 2024 installierten Balkonkraftwerke liegt bei ca. 240 GWh. Das ist das 3-fache des Solarthermie Ertrages! Der Markt hat längst entschieden.
Photovoltaikwärme überzeugt durch sinkende Kosten, steigende Wirkungsgrade, geringen Materialeinsatz, minimale Wartung und maximale Flexibilität. Solarthermie hat in bestimmten Nischen weiterhin ihre Berechtigung – etwa bei Schwimmbadabsorbern oder speziellen Großanlagen. Im typischen Ein- und Zweifamilienhaus jedoch ist die photovoltaische Wärmeerzeugung die wirtschaftlichere und zukunftssichere Lösung.
„Uns geht es darum, dass sich die bessere Technologie durchsetzt. Wir argumentieren, dass es aus unserer Sicht nicht gerechtfertigt ist, für Solarthermie künstlich einen Markt zu schaffen mittels überhöhten, energetisch, technologisch und volkswirtschaftlich nicht zu argumentierenden Förderungen. Teilweise wird die Solarthermie sogar ,missbraucht’, um fossilen Heizsystemen ein grünes Mäntelchen umzuhängen“, summiert Dr. Gerhard Rimpler, Geschäftsführer von my-PV.
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