Verwirrende Studie
Ein anerkannter FH-Professor hatte darin eine Hochrechnung aufgestellt, dass auf Österreichs Dächern maximal 1,2 Terawatt-Stunde (TWh) PV-Strom produziert werden könne. Das wären nur rund zehn Prozent des von der Regierung in der Klimastrategie vorgegebenen Zielwertes. Wenig überraschend wurde diese „Expertenrechnung“ von den großen Energieversorgungsunternehmen des Landes als Auftrag verstanden, den Rest der benötigen Solarstrommenge mit eigenen großen Freiflächen-Anlagen beizusteuern. Angesichts der laufenden Diskussion um immer mehr verbaute Fläche ein durchaus ambitioniertes Unterfangen.
„Wie der Studienautor auf den von ihm berechneten Wert kommt, ist mir völlig schleierhaft“, zeigt sich PV-Experte Dr. Gerhard Rimpler fassungslos. „Die Regierung spricht von einem Ein-Millionen-Dächer-Programm – wenn wir von acht KWh pro Dach ausgehen, sind wir schon bei acht TWh. Das wären dann schon 75 Prozent des Regierungsziels.“ Dass die großen Energiekonzerne eigene Großanlagen forcieren, kommt wenig überraschend. „Wenn immer mehr Konsumenten einen immer größeren Teil der benötigten Energie selber produzieren, bricht denen das lukrative Endkundengeschäft weg“, so Dr. Rimpler. Im Sinne eines nachhaltigen Klimaschutzes wäre dies aber sehr wünschenswert. Für den PV-Experten bleibt nur zu hoffen, dass sich die politischen Entscheidungsträger nicht von solchen fehlerhaften Studien leiten lassen und dies nicht die Förderrichtlinien beeinflusst. „Leider ist genau dies aber in der Vergangenheit viel zu oft passiert“, zeigt sich Dr. Rimpler in der Causa nicht sehr zuversichtlich.
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