Zuverlässiges Warmwasser mit dem SOL•THOR von my-PV
PV-Überschussnutzung im Fernwärmewerk der Stadtwerke Straubing
Im Fernwärmewerk der Stadtwerke Straubing wird Wärme für zahlreiche öffentliche und private Abnehmer bereitgestellt.
Fakten über das Projekt
- Eigentümer
- Photovoltaikleistung
- Anzahl der Module und Type
- Wärmespeichergröße
- Bautyp
- Baujahr und Quadratmeteranzahl
- Eingesetztes my-PV Produkt
- Heizstab
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Im betrachteten Fernwärmewerk der Stadtwerke Straubing stellte der hohe Brennstoffbedarf eine zentrale Herausforderung dar: Bei Außentemperaturen rund um den Gefrierpunkt wurden bislang etwa 130 m³ Hackschnitzel pro Woche benötigt, um die Wärmeversorgung sicherzustellen. Vor diesem Hintergrund entstand der Wunsch, den Anteil erneuerbarer Energie weiter zu erhöhen und vorhandene Dachflächen konsequent zu nutzen. Ziel war es, überschüssige Solarenergie direkt in Wärme umzuwandeln und damit die bestehende Biomasseanlage zu entlasten – bewusst unabhängig vom öffentlichen Stromnetz und ohne zusätzliche Netzinfrastruktur.
Netzunabhängige PV-Direktheizung mit my-PV
Herzstück der Umsetzung ist eine vollständig vom öffentlichen Stromnetz autarke Gleichstromlösung für Wärme aus Sonnenstrom. Mit dem DC Power-Manager von my-PV, dem SOL•THOR, wird Gleichstrom immer dann in Warmwasser (Trink- oder Heizungswasser) umgewandelt, wenn die Sonne scheint. In Straubing wurde eine Photovoltaikanlage mit 32,04 kWp installiert. Zum Einsatz kommen hier insgesamt 72 Module des Typs Trina Vertex S+ TSM-445NEG9RC.27 mit einer Einzelleistung von 445 Wp. Die autarke PV-Anlage, die auf 9 kleine Anlagen mit jeweils einem SOL•THOR von my-PV aufgeteilt ist, kann so stufenlos den Ertrag aus der Sonnenenergie in die Wärmebereitung der Stadtwerke einfließen lassen.
Persönliche Kundenmeinung und Resümee
„Von der Implementierung angefangen bis hin zum laufenden Betrieb läuft alles reibungslos und ohne Probleme. Herr Holzhauser, der Ansprechpartner der ausführenden Firma GH-Holzhauser Electronic GmbH, war immer sehr engagiert“, schwärmt Manger Stefan (Projektingenieur Wärmeversorgung bei der Stadtwerke Straubing Strom und Gas GmbH.
Jeder SOL•THOR ist dabei mit zwei Strings zu je vier Modulen verbunden und steuert einen 3 kW Heizstab, einen sogenannten my-PV Einschraubheizkörper 3 kW. Insgesamt kommen somit neun Heizstäbe mit einer Gesamtleistung von 27 kW zum Einsatz. Die Besonderheit der Anlage liegt in ihrer konsequent netzunabhängigen Ausführung: Der erzeugte Solarstrom wird ohne Wechselrichter direkt in Wärme umgewandelt. Es gibt weder eine Einspeisung ins öffentliche Netz noch einen Netzbezug für diesen Anlagenteil.
Durch diese direkte Gleichstromnutzung entstehen keine Umwandlungsverluste durch AC Wandlung, was die Systemeffizienz deutlich erhöht und die Technik zugleich vereinfacht.
Integration in das bestehende Wärmesystem
Die Wärmeeinbringung erfolgt in drei bestehende Pufferspeicher mit jeweils 20.000 Litern Volumen. Pro Speicher sind drei Heizstäbe mit den dazugehörigen Leistungsstellern, den SOL•THOR Geräten, installiert. Die mechanische Integration wurde über eine speziell gefertigte Flanschplatte realisiert, die in die vorhandene Einstiegsluke der Speicher eingebaut wurde. Dadurch konnte die Lösung ohne aufwendige Umbauten oder Eingriffe in die bestehende Speicherstruktur umgesetzt werden.
Die erzeugte Wärme wird direkt im Heizungswasser gespeichert und anschließend dem bestehenden Fernwärmenetz zur Verfügung gestellt. Die PV-Direktheizung arbeitet dabei ergänzend zur Biomasseanlage: Bei ausreichender Sonneneinstrahlung übernimmt sie einen Teil der Wärmeerzeugung und reduziert so unmittelbar den Hackschnitzelverbrauch. Insbesondere in Übergangszeiten und bei sonnigen Wintertagen trägt das System spürbar zur Entlastung der Hauptwärmeerzeuger bei.
Die Anlagendaten der Stadtwerke Straubing
Im Fernwärmewerk der Stadtwerke Straubing wird Wärme für zahlreiche öffentliche und private Abnehmer bereitgestellt. An das Fernwärmenetz mit einer Vorlauftemperatur von 70 °C sind unter anderem das Rathaus, ein Altenheim, weitere öffentliche Gebäude sowie rund 100 Wohneinheiten angeschlossen.
Als Wärmeerzeuger kommen – neben der Gleichstromlösung von my-PV mit 27 kW Heizleistung – folgende Systeme zum Einsatz:
- 2 Blockheizkraftwerke mit je 90 kW
- 1 Wärmepumpe mit 900 kW
- 2 Gaskessel mit insgesamt 1700 kW
- 1 Biomasskessel mit 900 kW
Ergänzende netzgekoppelte PV-Anlage
Zusätzlich zur netzunabhängigen Direktheizlösung ist am Fernwärmewerk Straubing eine weitere Photovoltaikanlage mit 29,37 kWp installiert – diese ist netzgekoppelt und dient der Optimierung des Eigenstromverbrauchs im Betrieb. Die Anlagengröße wurde bewusst unterhalb der 30 kWp Grenze gehalten.
Zur Steigerung des Eigenverbrauchs ist das System mit Batteriespeichern von LG Energy Solution ausgestattet. Diese Anlage arbeitet vollständig unabhängig von der my-PV Lösung für Wärme aus Photovoltaikstrom und übernimmt ausschließlich die Stromversorgung sowie die Lastoptimierung im Betrieb. Hier wird also keine – wie für my-PV sonst übliche – Optimierung des Eigenverbrauchs mittels PV-Wärme vorgenommen, sondern auf eine separate, autarke Gleichstromlösung mit einer eigenen PV-Anlage gesetzt.
Ergebnis: Mehr erneuerbare Energie, weniger Brennstoff
Mit der Kombination aus netzunabhängiger PV-Direktwärmeerzeugung und ergänzender netzgekoppelter Eigenverbrauchsanlage wurde ein ganzheitliches Energiekonzept realisiert. Die direkte Umwandlung von Solarstrom in Wärme reduziert den Hackschnitzelverbrauch messbar, senkt Betriebskosten und steigert den Anteil erneuerbarer Energie im Gesamtsystem. Gleichzeitig bleibt die bestehende Infrastruktur erhalten und wird sinnvoll ergänzt.
Eine erste Messung der Ertragsdaten mit Stichtag Ende März zeigt, dass seit August 2025 9.000 kWh an Wärme solarelektrisch mit Gleichstrom erzeugt wurde. Dieser Ertrag wird noch weiter steigen, beginnen nun im Frühling die hohen Erträge aus der Photovoltaikanlage. Die Stadtwerke Straubing zeigen sich damit sehr zufrieden: „Von der Implementierung angefangen bis hin zum laufenden Betrieb läuft alles reibungslos und ohne Probleme. Herr Holzhauser, der Ansprechpartner der ausführenden Firma GH-Holzhauser Electronic GmbH, war immer sehr engagiert“, schwärmt Manger Stefan (Projektingenieur Wärmeversorgung bei der Stadtwerke Straubing Strom und Gas GmbH.
Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie sich große Wärmespeicher und PV-Direktheizlösungen effizient kombinieren lassen – verlustarm, technisch robust und unabhängig vom Stromnetz. Es unterstreicht das Potenzial der Photovoltaikwärme direkt aus Gleichstrom als wirtschaftliche und zukunftssichere Ergänzung zu bestehenden Wärmeerzeugern im gewerblichen und kommunalen Bereich.
SOL•THOR
im Einsatz
Der Gleichstrom Power-Manager wandelt Solarstrom direkt und nahezu verlustfrei in Wärme um – durch die direkte Nutzung des PV-Gleichstroms für einen Heizstab.
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