Mit SOL•THOR Gasverbrauch reduzieren
Einfamilienhaus spart Gas mit autarker Wärmebereitung aus PV-Energie
Keine Gastherme nötig: Einfamilienhaus in Baden-Württemberg bis Mitte November autark mit Photovoltaikwärme versorgt.
Fakten über das Projekt
- Eigentümer
- Planer
- Photovoltaikleistung, Ausrichtung
- Anzahl der Module und Type
- Wärmespeichergröße
- Bautyp
- Baujahr und Quadratmeter
- Eingesetztes my-PV Produkt
- Heizstab
- Anlagensteuerung
Ein saniertes Einfamilienhaus ohne Solarthermieanlage?
Ein saniertes Einfamilienhaus mit Baujahr 2004, aber sehr guter Wärmedämmung, steht in Nellingen im Bundesland Baden-Württemberg. Der Eigentümer Edwin Jersak stand vor dem Problem, dass die bisherige Elco Gasbrennwerttherme im Jahr 2024 schön langsam Probleme gemacht hat – die Ersatzteilversorgung war nicht mehr sichergestellt, eine neue Heizung wurde empfohlen.
„Nach intensiver Recherche habe ich mich für eine Anlage von Paradigma entschieden. 800 l Pufferspeicher, Heizkreis, Frischwasserstation und Gasbrennwertanlage von Viessmann. Laut Angebot sollte solartechnisch die Aufheizung mit Solarthermie erfolgen. Das wollte ich so nicht, war mir zu wartungsintensiv“, beschreibt Hr. Jersak die Vorgehensweise in der Erneuerung der Heizungsanlage. Sein Ziel war, die Solarthermie durch eine viel einfachere Art und Weise – als eine Warmwassergarantie für den Sommer – zu ersetzen. Sein Ansatz: Mit Photovoltaikstrom die „elektrothermische Station Tuxhorn tubra-eTherm C9+“ zu beheizen. Die dafür notwendigen Steuerungen und Aufbauten würde er als Eigenleistung selbst erbringen. Dafür benötigte er noch 12 Solarmodule mit jeweils 455 Wp. Die PV-Anlage, die ohne Wechselrichter installiert ist, wird autark – also ohne Netzanschlussgenehmigung bzw. -gebühr – nur für die Wärmebereitung genutzt. Sie ist also wirklich das Pendant zur Solarthermie, einzig die Komplexität und der Materialaufwand ist ein viel geringerer.
Der Solarstrom sollte für die Wärmebereitung genutzt werden. Die dafür notwendige Eigenleistung in der Beschaffung war, zwei Stück des sogenannten SOL•THOR von my-PV, dem österreichischen Experten für Wärme aus Photovoltaikstrom, zu erwerben. Die so vorgeschlagene Lösung wurde dann vom Heizungsbauer akzeptiert, der dann auf den Vorschlag des Eigentümers des Einfamilienhauses eingegangen ist.
Persönliche Kundenmeinung und Resümee
„Für uns die perfekte Heizung. Mit den beiden SOL•THOR Geräten von my-PV unkomplizierte Stromerzeugung, da keine Netzanmeldung erfolgen muss. Die Gastherme muss nur noch zum Heizen im Winter eingeschaltet werden. Dazu wird auch in der Heizperiode durch Solarwärme eine sehr gute Unterstützung erfolgen, ich hoffe es jedenfalls. Wir haben eine sehr gute, fast Passivhaus taugliche Wärmedämmung. Die Daten können wir freilich erst in der Jahresrückschau dann zeigen – die bisherigen überzeugen mich auf jeden Fall!“, so Herr Jersak, Eigentümer des 160 m² großen Einfamilienhauses.
Warum war der Eigentümer von my-PV überzeugt?
„Ich hatte mich im Vorfeld umgeschaut und bin auf my-PV über die Google Suche gestoßen. Meine Idee war, über eine PV-Anlage einen Pufferspeicher mit Heizstäben aufzuheizen. Bekannte hatten so eine Heizung, aber mit Vakuum-Röhren bzw. Solarthermie von Paradigma. Ich wollte es identisch, aber mit Photovoltaikstrom. Ich bin dann per Google auf den SOL•THOR gestoßen“, fasst Erwin Jersak den Weg zu my-PV zusammen.
Doch was ist der SOL•THOR? Der SOL•THOR ist ein DC Power-Manager – an ihn werden direkt die MC4 Stecker der Module (zwischen 1 bis 10 Module unter Achtung der Eingangsspannung) gesteckt. Vom SOL•THOR weg kann dann ein herkömmlicher Heizstab, ein Elektroboiler oder grundsätzlich jeder ohmsche Verbraucher bis zu einer Leistung von 3,6 kW gesteuert werden. Dabei wird der Gleichstrom aus den PV-Modulen direkt verwertet – und an herkömmliche AC Heizstäbe abgegeben. Bis zu zwei Heizstäbe können dabei stufenlos geregelt werden.
„Das Konzept hat mich sofort begeistert. Ohne Anmeldung mit dem erzeugten Strom Heizstäbe im Pufferspeicher ansteuern“, schwärmt der findige Baden-Württemberger. Auf YouTube habe der Eigentümer noch ein tolles Video gefunden, wo die Umsetzung gezeigt wurde. Über ein Webinar, welches er am my-PV YouTube-Kanal über die Vorteile einer gemeinsamen Inbetriebnahme mit Tuxhorn gefunden hat, kam er dann zu folgendem Schluss: „Es ist enorm wichtig, die Schichtung im Pufferspeicher optimal aufzubauen, damit das Maximum an Sonnenstrom auch wirklich in den Pufferspeicher geladen werden kann. Daher habe ich mich dann statt Heizstäben im Pufferspeicher für eine Kombination mit der elektrothermischen Station ,tubra-eTherm C9++’ von Tuxhorn entschieden“, fasst der Eigentümer zusammen.
Gab es Hindernisse in der Umsetzung?
„Ich habe 2 SOL•THOR, mit diesen steuere ich in der elektrothermischen Station von Tuxhorn nur 2 Heizstäbe an, der dritte ist unbenutzt. Damit bekomme ich also pro SOL•THOR 3 kW in die Wärmebereitung, bei voller Sonne also 6 kW Heizleistung. Ein Problem bei der ,tubra-eTherm C9+’ war, dass nur noch ein gemeinsamer Neutralleiter zum Kabel raus geführt wird“, so der Eigenheimbesitzer. Edwin Jersak hat die Lösung einfach kurzerhand selbst geschaffen: Den gemeinsamen Neutralleiter hat er aufgetrennt, sodass jeder Heizstab seinen eigenen Neutralleiter hat. „Der SOL•THOR liefert ja DC, also gepulsten Gleichstrom, da kann man bei den beiden SOL•THOR Geräten die Neutralleiter nicht zusammenlegen“, so der Eigentümer. Er habe auf der ISH in Frankfurt von Tuxhorn die Empfehlung dazu bekommen, den gemeinsamen Neutralleiter aufzutrennen.
Zusätzlich zur Steuerung (SystaComfort II) hat der Besitzer des sanierten Einfamilienhauses einen Rapberry Pi-4 im Einsatz, auf welchem der Home Assistant eingerichtet wurde – in Eigenregie des Inhabers. „Darin habe ich die komplette Übersicht der Anlage. Es wird alles visualisiert und die Messwerte aufgezeichnet. Die Anbindung an die beiden SOL•THORen, SystaComfort II und noch weiterer Geräte ist einfach und unkompliziert. Der Zugriff darauf kann per VPN von überall erfolgen“, fasst der Baden-Württemberger zusammen.
Für wen das zu kompliziert ist, der findet mit der my-PV Cloud eine Out-of-the-box-Lösung für die genaue Verfolgung der Ertragsdaten, der Wärmebereitung und des Netzbezugs. Die my-PV Cloud ist auch als App am Smartphone verfügbar.
Wie hoch ist der Warmwasserbedarf?
Im 160 m² großen Einfamilienhaus leben zwei Personen mit einem üblichen Warmwasserverbrauch von ca. 50 Litern pro Person. Für die gesamt 100 Liter Warmwasser pro Tag und für die Heizung in der Heizperiode waren früher – vor der Installation der beiden SOL•THORen – ca. 6.500 kWh Gas mit der alten Heizungsanlage nötig.
Gasverbrauch sinkt auf ein Drittel!
Die Ersparnis? Diese kann derzeit nur pauschal hochgerechnet werden. „Vom Heizungsstart am 17.11.25 bis Gaszählerstand am 9. Januar 2026 habe ich 113 m³ Gas verbraucht. Hochgerechnet sind das (113 x 10) 1130 kWh für 54 Tage Laufzeit. Pro Tag wären es also ca. 21 kWh. Wenn ich vom 17.11.25 – 15.03.26 die Heizperiode mit Gastherme rechne, komme ich auf 119 Tage. Die jetzt mit Tagesverbrauch von 21 kWh multipliziert ergibt 2499 kWh Gasverbrauch. Der bisherige Jahresverbrauch (ohne die Heizung, also nur Warmwasser) lag bei ca. 2829 kWh Gas, Heizung bei ca. 3671 kWh. In Summe bedeutet das eine Ersparnis an Gas um knapp 2/3, rechnerisch müssen so nur noch 38,5 % des ursprünglichen Verbrauches aufgewendet werden!“, rechnet der Eigentümer begeistert vor.
Und wenn keine Sonne scheint?
Der SOL•THOR kann – wenn der Kunde das wünscht – optional mit Netzstrom nachheizen, wenn keine Sonnenenergie bzw. ein zu geringer Ertrag zur Verfügung steht. Das kann auch mittels my-PV DTO, unserem Dynamic Tariff Optimizer, erfolgen – also mit einem dynamischen Stromtarif, den der Kunde allerdings selbst haben muss. Über ein Feature in der my-PV Cloud würde dann automatisch zu den günstigsten Stunden die offene Wärmebereitung erledigt.
Edwin Jersak nutzt dieses Feature aber nicht: „Nein, es wird kein automatisiertes Nachheizen per Netzstrom (auch Warmwassersicherstellung genannt) verwendet. Mit den beiden SOL•THORen haben wir eine autarke Stromerzeugung.“ Die Anlage mit den beiden Geräten des österreichischen Herstellers für PV-Wärme my-PV ist seit Juli 2025 in Betrieb, die Gastherme dementsprechend ausgeschaltet. „Bis Mitte November 2025 war genügend Warmwasser da! Wir konnten unsere Warmwasserbereitung also selbst bis in den Spätherbst mit der Sonnenenergie decken! Heizen tun wir in der Übergangszeit mit einem Kaminofen. Wir sind gespannt, wann mal die Sonne nicht reicht und wir die Gastherme zuschalten müssen. 2 – 3 Tage Regen können durch den großen 800 l Warmwasserpufferspeicher gut überbrückt werden“, zeigt sich der Eigentümer begeistert.
Ab Mitte November wurde dann die Gastherme zugeschaltet. Sobald aber die Sonne da ist, schaltet die Gastherme nicht ein. Der Ertrag der beiden SOL•THORen reicht für Warmwasser und Heizung vollkommen aus, wenn der Tag komplett sonnig ist. „Wir haben eine sehr gute, fast Passivhaus taugliche Wärmedämmung – die genauen Ergebnisse können wir leider erst im Frühjahr erwarten“, summiert der Hausherr.
Die Vorteile aus Ihrer Sicht?
„Unser Warmwasser kann von Anfang Frühjahr bis Ende Herbst fast ausschließlich mit Photovoltaik erzeugt werden. Die Gastherme ist ausgeschaltet. Ich verspreche mir aber auch in der Heizperiode eine gute Unterstützung durch die Photovoltaik“, schwärmt Edwin Jersak.
SOL•THOR
im Einsatz
Der Gleichstrom Power-Manager wandelt Solarstrom direkt und nahezu verlustfrei in Wärme um – durch die direkte Nutzung des PV-Gleichstroms für einen Heizstab.
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