Dachsanierung als Ausgangspunkt für 22 SOL•THORen
Molkereiunternehmen setzt auf netzautarke Wärmeversorgung mit PV-Energie
Ein Betriebsgebäude in Regensburg nutzte die Chance der Dachsanierung für die Installation einer Photovoltaikanlage.
Fakten über das Projekt
- Eigentümer
- Beteiligte Handwerksbetriebe
- Standort
- Photovoltaikleistung
- Wärmespeichergröße
- Bautyp
- Baujahr und Quadratmeteranzahl
- Eingesetztes my-PV Produkt
- Sonstiger Wärmeerzeuger
- Besonderheit
Ein Betriebsgebäude in Regensburg nutzte die Chance der Dachsanierung für die Installation einer Photovoltaikanlage: Aber statt den erzeugten Solarstrom ins öffentliche Netz einzuspeisen, verwendet die Molkerei den PV-Strom autark und direkt vor Ort für die eigene Wärmeversorgung.
Es handelt sich dabei um ein Gewerbegebäude der Bayernland eG, einem genossenschaftlich organisierten Molkereikonzern mit Sitz in Nürnberg. Im Unternehmen werden jährlich über 900 Millionen Kilogramm gentechnikfreie Milch und Biomilch zu qualitativ hochwertigen Milch- und Käseprodukten verarbeitet. Das 1930 gegründete Unternehmen zählt zu den führenden Vermarktern milchwirtschaftlicher Erzeugnisse im In- und Ausland.
Persönliche Kundenmeinung und Resümee
„Die Anlage befindet sich seit der Inbetriebnahme im Ende April 2026 im Regelbetrieb. Die bisherigen Erfahrungen sind positiv, die 22 SOL•THOR Einheiten arbeiten zuverlässig und ohne Störungen“, zeigt sich Stephan Schmid, Leiter Elektroabteilung Regensburg, zufrieden.
Von der Pflicht zur Chance
Als an dem Betriebsgebäude in Regensburg eine Dachsanierung notwendig wurde, entstand damit gleichzeitig die gesetzliche Pflicht zur Installation einer Photovoltaikanlage. Diese Auflage wurde zum Ausgangspunkt einer durchdachten und wirtschaftlich überzeugenden Gesamtlösung.
Warum keine netzgekoppelte PV-Anlage?
Die naheliegende Option einer klassisch netzgekoppelten PV-Anlage schied schnell aus: Der bestehende Transformator hätte für die Einspeisung ins öffentliche Netz aufwändig und kostspielig umgebaut werden müssen. Stattdessen reifte die Überlegung, die PV-Energie vollständig netzautark zu nutzen – und direkt ins betriebseigene Wärmenetz einzuspeisen.
Das Wärmenetz als Herzstück
Zentrum der Anlage ist das Wärmenetz am Betriebsgebäude, das von einem Blockheizkraftwerk (BHKW) mit 600 kW elektrischer und 1.300 kW thermischer Leistung als Grundlasterzeuger versorgt wird. In dieses Netz speisen nun zusätzlich 22 Stück des autarken DC Power-Managers von my-PV, genannt SOL•THOR, mit einer Gesamtleistung von 78,8 kWp ein. Die dabei verwendete Sonnenenergie wird dazu ohne einen einzigen Wechselrichter von den DC Power-Managern in Wärme umgewandelt – stufenlos, je nach Ertrag aus den zugeordneten Photovoltaikmodulen.
So wird der Solarstrom direkt und ohne Netzeinspeisung für die Wärmeerzeugung genutzt, der aufwändige Umbau des Transformators entfällt damit vollständig – die gesamte Solarenergie verbleibt nämlich einzig im Betrieb und entlastet das BHKW über das Jahr.
Pufferspeicher und Temperaturniveaus
Die autarke PV-Wärme entsteht aus dem PV-Ertrag, der wiederum von den 22 SOL•THOR Geräten jeweils über den zugeordneten Heizstab in Wärme umgewandelt werden. Dabei sind jedem der 22 DC Power-Manager 880 Module zugeordnet – mit einer maximalen Heizleistung von 3,6 kW kann der SOL•THOR damit die Wärmebereitung unterstützen. Die Heizstäbe sind dabei integriert in drei 1.000 Liter Pufferspeicher, wo sie das Warmwasser erzeugen mit PV-Strom. Die Solarmodule erhitzen das Speicherwasser dabei auf bis zu 90 °C – deutlich über der Vorlauftemperatur des Wärmenetzes von 65 °C. So kann auch an Tagen mit zu geringem Solarertrag durch die Übertemperierung der Speicher noch von den solaren Erträgen profitiert werden.
Diese Temperaturspreizung ermöglicht eine besonders effiziente Energiespeicherung: Die im Speicher gehaltene Wärmemenge reicht auch bei variierender Sonneneinstrahlung aus, um das Wärmenetz zuverlässig zu versorgen.
Saubere Ausführung durch regionale Fachbetriebe
Die Umsetzung des Projekts lag in den Händen zweier erfahrener regionaler Fachbetriebe, die hier saubere und normgerechte Arbeit geleistet haben.
Der Elektro-Fachbetrieb Wolfseher & Schmid verantwortete sämtliche elektrischen Installationsarbeiten – von der Kabelverlegung der PV-Anlage über die Integration der 22 SOL•THOR Geräte bis zur Anbindung ans betriebliche Stromnetz.
Der Sanitärbetrieb Stemmle übernahm alle hydraulischen Arbeiten: die Einbindung der drei 1.000 Liter Pufferspeicher mit Heizstäben, die Anbindung ans Wärmenetz sowie alle Verrohrungsarbeiten an den Schnittstellen zwischen BHKW, SOL•THOR und Wärmenetz.
Auslegung aufgrund von eigenen Vorerfahrungen des Betreibers
Im Vorfeld der Installation wurden für das Gewerbegebäude der Bayernland eG und die damit verbundene Wärmegewinnung aus Photovoltaikstrom keine detaillierten Berechnungen zur Ersparnis oder einem solarem Deckungsgrad angestellt. Grundlage der Entscheidung war die langjährige praktische Erfahrung des Betreibers, der seit Jahren eine selbst entwickelte Lösung zur Verwertung von PV-Überschuss für die Wärmebereitung im privaten Umfeld betreibt – und davon so überzeugt ist, dass er auf die zukünftig Ertragsdaten vertraut! Denn hier in diesem Projekt wird überdies nicht nur der Überschuss, sondern der ganze Ertrag aus der autarken Photovoltaikanlage am Dach des Betriebsgebäudes.
Bei Sonnenschein wird pausenlos der Strom in Wärme umgewandelt
Ein 24/7 Betrieb ist irreführend bei einer PV-Anlage, die nicht rund um die Uhr Energie liefert – aber im Vergleich zu privaten Anlagen, wo nach einigen Stunden der Wärmebedarf gedeckt ist, kann dies im Wärmenetz der Molkerei nicht passieren. Das Wärmenetz der Molkerei ist rund um die Uhr in Betrieb und nimmt durchgängig Wärme ab. Im gesamten Warmwassernetz stehen Pufferspeicher mit einem Gesamtvolumen von rund 120 m³ zur Verfügung. Diese Speicherkapazität in Verbindung mit der kontinuierlichen Wärmeabnahme stellt sicher, dass die 22 SOL•THOR Geräte ohne Abschaltung aufgrund erreichter Speichergrenzen arbeiten können. Die solarelektrisch erzeugte Wärme wird vollständig im Betrieb genutzt, bis auf das letzte Watt vom Dach.
Persönliche Kundenmeinung
„Das ist ja noch frisch. Bis jetzt läuft das gut“, fasst der Betreiber der Bayernland eG den frühen Betriebsstand der Anlage zusammen. Die Ergebnisse über den Sommer werden zeigen, wie effizient die Photovoltaikwärme auch im industriellen Umfeld angewendet werden können.
SOL•THOR
im Einsatz
Der Gleichstrom Power-Manager wandelt Solarstrom direkt und nahezu verlustfrei in Wärme um – durch die direkte Nutzung des PV-Gleichstroms für einen Heizstab.
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