Energiegemeinschaften: Warum Strom verteilen, wenn man ihn auch nutzen kann?
Energiegemeinschaften boomen in Österreich – aber sie schöpfen ihr Potenzial bei Weitem nicht aus. Während Tausende Gemeinschaften Strom in die öffentlichen Leitungen schicken, bleibt eine entscheidende Frage meist unbeantwortet: Was passiert mit der Energie, die gerade niemand braucht? Die Antwort liegt seit Jahren auf der Hand, bleibt aber oft unbedacht – sie heißt Wärme.
Ein Markt mit enormem Hebel in Österreich
Die Zahlen sprechen für sich: Ende 2025 waren in Österreich bereits mehr als 6.500 Energiegemeinschaften in Betrieb – darunter über 3.000 Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften (EEG), über 500 Bürgerenergiegemeinschaften (BEG) und über 3.000 Gemeinschaftliche Erzeugungsanlagen (GEA). Rund 100.000 Zählpunkte sind heute Teil einer Energiegemeinschaft – Tendenz stark steigend.
Ein Blick auf die führenden Plattformen zeigt das Volumen sehr deutlich: Enixi, eine Softwareplattform für Energy Sharing, betreut nach eigenen Angaben tausende Gemeinschaftsanlagen – wovon rund 25 % Erzeuger sind. Ein anderer Player ist Energiefamily, dieser kommt auf über 330 Gemeinschaften. Das gemeinsame Bild: Jeder 4. Teilnehmer in den Energiegemeinschaften hat zu viel Strom und speist diesen in die Energiegemeinschaft ein. Und genau dort liegt der Hebel!
Das Problem: Überschuss ist nicht gleich Nutzen
Eine Energiegemeinschaft funktioniert nur dann wirtschaftlich, wenn der erzeugte Strom auch tatsächlich abgenommen wird. Sobald aber an einem sonnigen Sommertag alle PV-Anlagen gleichzeitig einspeisen, übersteigt das Angebot die Nachfrage – meist überdies zu den Mittagsstunden, wo in vielen Privathaushalten keiner zuhause ist, defacto also auch ein geringer Strombezug herrscht. Der Strom fließt ins öffentliche Netz – zu Vergütungen, die deutlich unter dem Wert liegen, den er innerhalb der Gemeinschaft erzeugt hätte.
EEGs decken heute im Schnitt 15 bis 60 Prozent des Jahresstromverbrauchs ihrer Mitglieder ab – je nachdem, welche Erzeuger in der Energiegemeinschaft vorhanden sind (ob rein PV-Anlagen, Windkraftanlagen oder auch Kleinwasserkraftwerke). Diese Spanne zeigt deutlich: Wer den Eigenverbrauch nicht aktiv steuert, lässt bares Geld liegen. Abbildung 1 veranschaulicht den täglichen Energieverbrauch sowie die Energiebereitstellung in Energiegemeinschaften im März 2026.
Die Lösung: Wärme als sinnvoller Stromspeicher
Die Wärme ist meist zeitunabhängig zu beladen, auch wenn niemand im Haushalt gerade Strom bezieht. Der Wärmebereich bietet überdies ein hohes Potenzial – weil energieintensiv. Statt in eine Energiegemeinschaft den Strom einzuspeisen, können Besitzer einer PV-Anlage mit ihrem Strom noch viel mehr Ertrag schaffen, wenn sie ihn selbst nutzen.
Mit der stufenlosen Leistungsregelung vom AC•THOR oder AC•THOR 9s sowie dem PV-Heizstab AC ELWA 2 wird jedes einzelne Watt Überschuss zielgerichtet in Warmwasser oder Heizungswärme umgewandelt – sekundengenau, ohne Schaltstufen und ohne Netzbezug. Für Energiegemeinschaften eröffnen sich daraus zwei klare Zielgruppen:
1. Erzeuger: Eigenverbrauch maximieren, weniger Druck auf die Gemeinschaft
Wer mit Photovoltaikanlage (überschüssige) Energie erzeugt, fährt am besten, wenn er den Strom selbst nutzt. Solarelektrische Wärmebereitung macht aus PV-Überschuss sofort nutzbare Energie für Warmwasser oder Heizung – noch bevor der Strom überhaupt in die Gemeinschaft gehen muss. Das entlastet die Verteilung, vermeidet unwirtschaftliche Einspeisung und steigert die individuelle Autarkie. Stufenlos geregelt mit den österreichischen Lösungen vom Experten für PV-Wärme.
Die Abbildung veranschaulicht den Energieverbrauch und die Energiebereitstellung in Energiegemeinschaften im Jahresverlauf und verdeutlicht die saisonalen Schwankungen zwischen Stromerzeugung und -bedarf (Grafik von energie-experten.org, zuletzt abgerufen am 24.06.2026).
2. Verbraucher ohne PV: Günstigen Gemeinschaftsstrom in Wärme verwandeln
Genau für diese Zielgruppe ist der HEA•THOR IoT gebaut. Der netzwerkfähige Heizstab in 3,5 kW oder 9 kW wird über die my-PV Cloud automatisch dann aktiviert, wenn der Strom günstig ist – ob aus einer Energiegemeinschaft oder über dynamische Stromtarife. Die Steuerung erfolgt vollautomatisch über LAN, WLAN, Modbus TCP oder die my-PV API.
Damit lässt sich der wesentliche fossile Verbrauch im Haushalt – die Wärme – mit günstiger, erneuerbarer Energie ersetzen. Auch ohne eigene PV-Anlage.
Webinar: Solarelektrische Wärme in der Energiegemeinschaft
Wie diese Konzepte in der Praxis funktionieren, zeigt my-PV gemeinsam mit dem Anbieter einer Softwareplattform für Energy Sharing, Enixi, im gemeinsamen Webinar am 2. Juli 2026. Es geht um stufenlose Heizstäbe, intelligente Steuerung und darum, wie Energiegemeinschaften ihren Mitgliedern mehr bieten als nur einen geteilten Stromtarif.
Unsere Botschaft an Energiegemeinschaften: Wer nur Strom verteilt, schöpft das Potenzial nicht aus. Erst wenn die Wärmeversorgung mitgedacht wird, kann aus einer Energiegemeinschaft eine echte Energie-Vollversorgung werden.
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