PV-Wärme intelligent geregelt

Deutscher Elektromeisterbetrieb mit solarelektrischem Firmengebäude

Ein PV-Unternehmen aus Unterfranken heizt sein Gewerbegebäude stufenlos geregelt mit PV-Strom.

Fakten über das Projekt

Eigentümer
Standort
Photovoltaikleistung, Ausrichtung
Wechselrichter, Batteriespeicher
Warmwasserbereitung
Bautyp
Baujahr und Quadratmeteranzahl
Eingesetztes my-PV Produkt + Nutzen
Heizung
Anlagensteuerung

Der Weg zum PV-Vorzeigebetrieb

Das Unternehmen Heger Energietechnik wurde 1994 als klassischer Elektromeisterbetrieb gegründet. In der Nähe von Aschaffenburg, genauer gesagt in Großostheim, befindet sich mittlerweile ein Betrieb, der seit 25 Jahren in der PV-Branche dabei ist. Seit 2013 ist das mittelständische Unternehmen unter dem Namen Heger Energietechnik aktiv, seit 2021 gehört es zur Fabrigruppe aus Nürnberg. Mittlerweile 36 Mitarbeiter, davon 7 Azubis und 4 Meister, sorgen dafür, dass die Errichtung von PV-Anlagen und Energiespeichern in der Region ausgebaut wird und sorgen für die Wartung bzw. Service von PV-Anlagen und E-Ladestationen sowie in geringem Umfang noch Elektroarbeiten.

Der Geschäftsführer, Andreas Heger, wollte sein Firmengebäude zu einem Vorreiter in der Nutzung von Photovoltaikenergie ausbauen – um auch Kunden weiter davon begeistern zu können. Das im Jahr 2025 fertiggestellte Firmengebäude bietet hierfür optimale Voraussetzungen – denn somit können Kunden direkt aus erster Hand das Konzept betrachten und davon überzeugt werden.

Auf der Suche nach einer Möglichkeit, das Maximum an Photovoltaikstrom für die eigenen Sektoren (Haushaltsstrom, Warmwasser, Heizung und Elektromobilität) zu nutzen, kam der Geschäftsführer auf den österreichischen Experten für Photovoltaikwärme my-PV. Das ebenfalls mittelständische Unternehmen aus Neuzeug in Oberösterreich stellte 2021 medienwirksam das Konzept eines solarelektrischen Firmengebäudes vor – mit verschwindend geringen Betriebskosten für alle vier Sektoren. Im Jahr 2023 hatte my-PV Betriebskosten von 405 € – im Jahr!

Direktelektrische Heizung statt thermischem Heizungskonzept

Dieser Vorlage genügte Herrn Heger, er wollte selbst mit seinem Unternehmen von den enormen Vorteilen eines solarelektrischen Konzepts profitieren. Sein Unternehmenssitz hat eine Fläche von 1.650 m², aufgeteilt auf 5 Ebenen. Hiervon sind 1000 m² für Büro, Sozialbereiche und Schulungsräume vorgesehen. Der Rest verteilt sich auf Lagerflächen.

Alle Ebenen wurden mit einer Betonkernaktivierung versehen. Dabei wird eine 30 bis 50 cm starke Betondecke bzw. Bodenplatte als Speicher genutzt. In dieses Betonfundament bzw. in diese Betondecke werden Heizmatten gelegt – spezifisch die BRS Heizmatte von Etherma, einem österreichischen Hersteller von elektrischen Heizsystemen. Mit diesen Heizmatten steht ein großes Potenzial bereit, den Beton als Speicher zu nutzen – die Heizmatten geben die Wärme ab und speichern so die Energie für einige Stunden bis Tage; das System nennt sich Betonkernaktivierung.

Persönliche Kundenmeinung und Resümee

„Bei der Planung unseres neuen Firmengebäudes war für mich von Anfang an klar:

Wir wollen nicht nur über Energiewende sprechen – wir wollen sie selbst konsequent leben.

Deshalb habe ich bewusst nach einer Heizlösung gesucht, die einfach, effizient und zukunftssicher ist – ohne komplexe Technik, ohne hohe Wartungsanfälligkeit. Unsere positiven Erfahrungen mit Infrarotheizungen im bisherigen Gebäude haben mich in dieser Richtung bestärkt“, so Andreas Heger, Bauherr und Geschäftsführer von Heger Energietechnik.

Nach dem ersten Winterbetrieb fasst Andreas Heger die Erfahrungen wie folgt zusammen: „Das Raumklima in unseren Büros ist außergewöhnlich angenehm, die Wärme fühlt sich gleichmäßig und natürlich an. Gleichzeitig überzeugt das System durch seine Schlichtheit und Zuverlässigkeit – keine aufwendigen wassergeführten Systeme, keine unnötigen Wärmeverluste, keine komplexe Technik im Hintergrund.“

Auch wirtschaftlich ist das Konzept überzeugend: geringe Investitionskosten, praktisch keine Wartung und maximale Nutzung des eigenen PV-Stroms. „Für mich ist dieses Gebäude mehr als nur ein Firmensitz – es ist ein echtes Vorzeigeprojekt für die Energiewelt von morgen. Ich würde diesen Weg jederzeit wieder gehen – und kann ihn aus voller Überzeugung empfehlen“

Für die kurzfristige Erwärmung der Halle ist das System aber zu träge – daher wurden nach den anfänglich 11 geplanten Stück AC•THOR 9s noch zwei nachträglich installiert; diese steuern fünf Heizstrahler von Etherma in der Halle für die schnelle Erwärmung. Im Lager wird bei der Anlieferung das Tor geöffnet und so die Raumluft schnell abgekühlt – die Bodenheizung allein wäre hier zu träge in der Reaktion. Die Heizmatten sind vorrangig für die Speicherung der PV-Energie im Betonkern vorgesehen und daher träger in der Wärmeweitergabe.

Wieso das Unternehmen die direktelektrische Heizung wählt

Das Dach und die Fassade des Unternehmens ist – wie es sich für ein Energieunternehmen im PV-Bereich gehört – mit Photovoltaikmodulen bestückt. „Der entscheidende Impuls kam schließlich durch ein Referenzprojekt der Firma my-PV, das die elektrische Betonkernaktivierung in Verbindung mit Photovoltaik gezeigt hat. In Kombination mit unserer großflächigen PV-Anlage – insbesondere auch mit Modulen an der Fassade für die Wintermonate – war für mich schnell klar: Das ist unser Weg“, so der Bauherr Andreas Heger. Insgesamt 158,16 kWp PV-Leistung verteilt sich auf das Dach und die Fassade des Gewerbegebäudes. Die Fassade macht hierfür einen gewichtigen Unterschied: Da die PV-Energie neben den herkömmlichen Verbrauchern in der Firma auch die Heizung bestmöglich abdecken soll, ist es wichtig, die tiefstehende Sonne in den Wintermonaten bzw. während der Heizsaison zu nutzen. Auch wenn der Energieertrag übers ganze Jahr gesehen etwas geringer ist in der Fassade, sichert die Fassade einen Großteil der PV-Energie für die Beheizung im Winter.

Eine direktelektrische bzw. solarelektrische Heizungsform spart auf mehrerlei Ebenen: Zum einen ist es viel einfacher zu integrieren. Mit handelsüblichen Heizmatten, die wartungsarm in den Beton eingefügt werden, besteht überdies ein entscheidender Vorteil in der geringen Fehleranfälligkeit. Bei einer Wärmepumpe bspw. können viele Bauteile defekt werden (Verdichter, etc.) und benötigen einen Wartungsaufwand – laut Herstellerangaben jährlich. Heizmatten sind robust und wartungsarm.

Five wall-mounted MYPV Acthor devices on white shelves, with connected network equipment and wiring on the right.

Eine intelligente Steuerung ist ausschlaggebend

Das Firmengebäude von Heger Energietechnik hat neben der 158 kWp Photovoltaikanlage noch einen 80 kWh Gewerbespeicher, der auch über so manche dunkle Phase retten kann. Doch wichtiger noch ist die maximale Ausbeute des eigenen PV-Stroms durch die stufenlose Regelung der einzelnen Komponenten, wie bspw. der Heizung. Die Heizmatten des Herstellers Etherma werden nämlich stufenlos geregelt von Photovoltaik Power-Managern, sogenannten AC•THOR 9s Geräten des österreichischen Herstellers my-PV. Insgesamt 13 solcher PV Power-Manager sorgen für unterschiedlich einstellbare Temperaturzonen und gleichzeitig auch im Verbund für eine maximale Ausbeute des eigenen überschüssigen Photovoltaikstroms.

Der PV-Strom vom Dach und in der Fassade wird zuerst für die Anwendungen im Gewerbegebäude bezogen. Darüber hinaus wird der überschüssige PV-Strom in den Gewerbespeicher geladen. Wenn dieser auch voll ist bzw. noch Überschuss besteht, wird die Heizung aktiviert – sofern nicht gerade Sommer ist. Darüber hinaus wird auch noch die Warmwasserbereitung in Durchlauferhitzern elektrisch bereitet – doch nicht zwingend nur mit PV-Strom.

Dass nur PV-Überschuss, der normalerweise schlecht vergütet ins öffentliche Netz gespeist werden würde, genutzt wird, dafür sorgt die Systemoffenheit von my-PV. Durch die Kompatibilität von my-PV und SMA, dessen Komponenten schon als Wechselrichter und Gewerbespeicher im System integriert wurden, müssen zusätzliche Messeinrichtungen nicht installiert werden.

Auch die sechs Ladesäulen mit jeweils 11/22 kW Ladeleistung stammen von SMA und sind so im Verbund immer abgestimmt – prioritär soll PV-Strom für die verschiedenen Sektoren herangezogen werden, bei der Ladung der Elektrofahrzeuge wird aber auch Netzstrom bezogen. Ein zusätzlicher 50 kW DC Lader erfolgte im Frühjahr 2026.  

An Tagen, in denen zu wenig PV-Strom zur Verfügung steht, wird freilich auch Strom vom öffentlichen Netz bezogen. Vergleicht man die etwaig höheren Kosten eines solarelektrischen Heizungssystems mit dem einer Wärmepumpe, dann punktet das solarelektrische System vor allem durch günstigere Investitionskosten – so viel günstiger, dass sich auch viele Winter mit etwas höheren Stromkosten damit ausgehen.

Close-up of a concrete surface with intersecting metal rebar and black tubing, likely part of underfloor heating or structural reinforcement.
Aerial view of a construction site with workers on a concrete foundation, surrounded by materials, machinery, and partially built structures.
Five wall-mounted MYPV Acthor devices on white shelves, with connected network equipment and wiring on the right.
Open electrical panel with organized cabling on a concrete wall, showing circuit breakers and power meters below.
A modern electrical storage room with a tall white cabinet and a wall-mounted battery system, featuring visible pipes and a bright overhead light.
AC•THOR 9s for smart control of up to three heating circuits using PV surplus.

AC•THOR 9s

im Einsatz

Einfach & effizient: Der AC•THOR 9s steuert bis zu 3 elektrische Wärmequellen je nach Verfügbarkeit von PV-Energie und Wärmebedarf – und das sowohl für Warmwasser, als auch für Raumheizung.

Mehr Informationen zum AC•THOR 9s

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